Wie kann ein Spieler auf legale Weise gegen ein Casino gewinnen? Wenn dem typischen Spieler auf der Straße diese Frage gestellt wird, erhält man fast immer als Antwort: „durch Kartenzählen beim Blackjack”. Wenn man diesen Spieler dann fragt, was er darüber weiß, spricht er davon, wie clever man dazu sein muss, und erwähnt das MIT-Team. Gleichzeitig hat er aber keine Vorstellung davon, was tatsächlich alles mit dem Kartenzählen verbunden ist. Diese kurzsichtige Auffassung findet sich jedoch nicht allein unter den Spielern. In vielen Casinos herrschen strikte Richtlinien zum Schutz gegen das Herr von Kartenzählern. Beim gekonnten Nutzen des Spielvorteils geht es aber gerade um all die anderen Methoden, mit denen gegen das Haus zu gewinnen ist. Es beginnt mit der Maxime, dass sich jedes Spiel von Rechts wegen gewinnen lässt. Das Problem besteht darin herauszufinden, wie das zu bewerkstelligen ist. Dieser Blog bietet Lösungen für einige dieser Fragen.

Sich den Vorteil beim Spiel zunutze zu machen bedeutet, auf legale Weise sich der mit dem Ablauf und der Struktur einiger Casino Spiele und -abläufe verbundenen Schwächen so zu bedienen, dass man dadurch dem Casino überlegen ist. Vorteilsspieler, sogenannte „Advantage Players (APs)”, bevorzugen Tischspiele, Nebenwetten, Spielautomaten und Video Poker. Sie nutzen Werbeaktionen, Rückvergütungen, Casino-Hosts sowie Marketing und halten Ausschau nach Casinos, die die Regeln neuer Spiele missverstanden oder falsch eingesetzt haben. Darüber hinaus suchen sie sich solche Dealer aus, die zu Fehlern neigen, und manipulieren Elemente des Spiels bewusst, um Situ
ationen zu schaffen, in denen ein Fehlverhalten wahrscheinlicher ist. Auch zerlegen sie automatische Kartenmischer, um deren kleinsten Schwachstellen ausnutzen zu können. Daneben sind sie auf der Suche nach Casinos, in denen Karten mit minimalen Designdefekten verwendet werden, so dass sie von diesen Abweichungen profitieren können. Sie operieren allein oder in Teams und sind ständig am Beobachten. Außerdem sind sie dank riesiger Geldsummen finanziell gut ausgestattet, kommunizierfreudig und jederzeit bereit, ihre Sache zu nehmen und an einen anderen Ort zu reisen. Die Könner unter den Advantage-Playern sind heutzutage echte Profis, die auch tatsächlich gegen die Casinos gewinnen. Diese Spieler erleben gerade die allerbesten Zeiten, da es nie leichter war, an Geld zu kommen.

Wirft man in irgendeinem Buchladen einen kurzen prüfenden Blick auf den Bereich mit der Glücksspielliteratur findet man eine große Auswahl an Büchern über Blackjack und Poker. Bei denen über Blackjack geht es immer um ein Thema: das Kartenzählen. In den Pokerbüchern wird das Vorteilsspiel hingegen anders definiert, als ich es tue, da der Pokerspieler gegen andere Spieler und nicht das Haus gewinnt. Manchmal gibt es auch noch andere Literatur über Roulette, Baccarat oder Craps, doch keine gibt legitime Ratschläge zum Sieg über das Haus. Systeme auf Grundlage von Wettprogressionen, -mustern, -fluss oder -Timing sind rechnerisch nicht sicher. Bei Craps gibt es zwar recht bizarre Behauptungen bezüglich der Würfelkontrolle, doch erfordern diese erstmal eine gründliche Prüfung, der diese Bücher allerdings nicht standhalten. Sucht man lange genug, verlässt man den Laden schließlich mit einem einzigen halbwegs vernünftigen Buch, aus dem hervorgeht, wie man ein Spiel gewinnen kann. Dabei handelt es sich dann aber um eine kaum lohnenswerte Methode, die bereits seit fünfzig Jahren bekannt ist.

Was man unter diesen Büchern jedoch nicht entdecken wird, sind solche, die das Vorteilsspiel auf dem Spielfeld des modernen Casinotischs von heute – mit all den neuen Tischspielen und Nebenwetten – behandeln. Zu diesen Spielen zählen solche wie 3 Card Poker, Ultimate Texas Hold’em und Mississippi Stud. Nebenwetten schließen solche wie Lucky Ladies beim Blackjack und Dragon 7 beim EZ Baccarat ein. Auch neuartige Spiele haben inzwischen im modernen Casino Fuß gefasst und das sogar soweit, dass sie in vielen Casinos bereits mindestens die Hälfte der Tische beanspruchen. In Nevada gibt es mittlerweile mehr als 700 zugelassene proprietäre Spiele, aber auch andere Gerichtsbarkeiten verfügen über eine ganze Reihe davon. Jedes einzelne dieser nicht regulären, zugelassenen Spiele besitzt jedoch eigene Schwachstellen sowie Probleme beim Spielschutz., d. h. je nach Konzept und Ablauf gibt es bestimmte Möglichkeiten, es zu schlagen.

Die schier immense Anzahl von proprietären Spielen macht eine vollständige Abhandlung über das Vorteilsspiel allerdings  unmöglich. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Versuch nicht gemacht wurde. In dem Buch „Beyond Counting” („Über das Zählen hinaus”) von James Grosjean werden viele der bekanntesten und profitabelsten proprietären Spiele und Nebenwetten behandelt. Doch gibt es zwei Gründe dafür, warum „Das Buch” (wie es oft genannt wird) vielleicht gar nicht das Buch ist. Erstens liefert das Buch eine Unmenge von Fakten, so dass es für den Durchschnittsleser schwierig sein kann, sich durch all das mathematische Wissen zu kämpfen und die entsprechenden wertvollen Details herauszupicken. Zweitens – und das ist noch wichtiger – ist „Beyond Counting” für die Allgemeinheit nicht verfügbar und lässt sich auf normalen Wegen weder kaufen noch ausleihen oder anderweitig erwerben. Um an das Buch zu gelangen, muss man jemanden kennen, der wiederum jemanden kennt, über den man es dann vielleicht beziehen kann. Das weite Gebiet, das dieses Buch abdeckt, ist jedoch ungemein wichtig, weshalb diese Informationen leichter zugänglich sein sollten. Dieser Blog stellt zum Teil meinen Versuch dar, „über Grosjean hinaus” zu gehen.

Obgleich ich als Berater für die Casinobranche arbeite, ergreife ich hinsichtlich der hier zur Verfügung gestellten Informationen keine Partei. Wenn ein AP das hier nutzen kann, um das Haus zu besiegen, ist das in Ordnung. Erfährt eine Casinoleitung auf diese Weise von einer Methode, die sich gegen eines ihrer Spiele verwenden lässt, und geht proaktiv oder defensiv dagegen an, ist das ebenfalls in Ordnung. Sollte ein Spieleentwickler dadurch von einem mit seinem Spiel verbundenen Problem hören und dieses bereinigen, ist auch das in Ordnung. Wissen besitzt einen Eigenwert und ist am nützlichsten, wenn es der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Als ein Professor mit über 25-jähriger Erfahrung und mehr als zwanzig in akademischen Zeitschriften veröffentlichten Forschungsartikeln fühle ich mich diesem Vorsatz fest verpflichtet. Geht man mit bestem Wissen voran, kommt stets Gutes dabei heraus.

Andererseits hat dieser Blog aber auch dazu geführt, dass ich mit vielen Feindseligkeiten direkt bombardiert wurde. Führungsriegen der Casinos fragen sich, warum ich andere darüber informiere, wie sie die Spiele knacken können, wenn ich doch für die Casinobranche tätig bin. Spieleerfinder wie auch die Spiele lizenzierenden Unternehmen möchten nicht, dass ich die Schwächen ihrer Spiele aufdecke, denn etwas Mangelhaftes lässt sich nicht verkaufen. APs sind nicht daran interessiert, dass die von ihnen genutzten Vorteile an die Öffentlichkeit gelangen und damit schnell an Wert verlieren. Je weniger die Casinoleitung von diesen Schwachstellen erfährt, desto größer die Chancen für die APs. Meistens perlen diese wütenden Kommentare einfach an mir ab. Manchmal nehme ich sie aber auch persönlich.

Im Folgenden zitiere ich eine Auswahl von Kommentaren einiger meiner größten Fans:

  • In der Hacker-Community gibt es viele, die das, was Sie tun, ebenfalls machen. Sie veröffentlichen einen „Proof of Concept” darüber, wie Sicherheitsprobleme ausgenutzt werden können, und erklären dann, wie sich das Problem beheben lässt. Wissen Sie, Ihre Informationen werden dazu verwandt, um etwas zu gewinnen. Dadurch, dass Sie so etwas posten, bringen Sie eine Anzahl von verzweifelten Menschen in Schwierigkeiten. Es ist keine gute Entscheidung Ihrerseits, diese Dinge bekannt zu machen.
  • Wann waren Sie überhaupt ein AP? Das heißt anscheinend, dass Sie nach Ihrem eigenen Misserfolg sich an der AP-Welt rächen wollten und sich deshalb in einen kompletten Dreckskerl verwandelt haben.
  • Sie sind nichts anderes als ein erfolgloser AP, der zur anderen Seite übergelaufen ist. Wenig von Ihrer Arbeit ist wirklich originell. Sie konzentrieren sich auf winzige Kleinigkeiten, die für den Nettogewinn des Casinos unerheblich sein sollten. In der Branche werden Sie (sowohl von Casinos als auch APs) als ein Clown betrachtet und nicht ernst genommen.
  • Ihre Analyse ist bedeutungslos. Diejenigen, die vor Ort im Casino sind (die für ihr Geld ihren Schweiß lassen und dadurch dafür sorgen, dass das Casino Verluste einfährt), haben nämlich keine Ahnung von Mathematik.
  • Ganz im Ernst: Alles andere als diese Art von unwissenden, Angst machenden Kommentaren wäre besser. Das schafft bei allen Beteiligten, auf welcher Seite sie auch stehen, Chaos. Ich weiß, Sie können viel Besseres als das leisten, Eliot.

Die mögen mich; die mögen mich wirklich sehr.

Die meisten meiner Analysen in Hinblick auf das Vorteilsspiel konzentrieren sich auf vier Arten von Schwachpunkten, die typisch für proprietäre Spiele und Nebenwetten sind: Kartenzählen, Hole-Carding, Edge-Sorting und Absprachen. Im Folgenden gebe ich einen kurzen Einblick und beschreibe dabei jede dieser Methoden. Darüber hinaus gibt es aber auch einzelne Posts, in denen die gleichen Themen wesentlich detaillierter behandelt werden.

Kartenzählen

Zwar gibt es das Kartenzählen beim Blackjack schon seit den frühen 1960er Jahren, doch ist es im Allgemeinen nicht gleichermaßen bekannt, dass die dabei angewandten Prinzipien auch für andere Spiele gelten. Jedes Mal, wenn zwischen dem Mischen mehrere Runden unter Verwendung eines Kartenschlittens oder Kartenstapels ausgegeben werden, kann bei allen Wettmöglichkeiten das Kartenzählen eingesetzt werden. So ist es zum Beispiel bei allen proprietären Varianten von Blackjack (einschließlich bei Spielen wie Spanish 21 und Blackjack Switch) möglich, die Karten zu zählen. Ich habe bewusst die Entscheidung getroffen, keine Studien über das Kartenzählen beim Blackjack und seinen Varianten zu betreiben. Wenn Sie also an Blackjack interessiert sind, müssen Sie sich anderenorts umsehen.

Aufgrund seiner weltweit außerordentlichen Beliebtheit ist Baccarat eins der Spiele, bei dem in Hinblick auf das Kartenzählen Untersuchungen angebracht wären. Baccarat wird üblicherweise mithilfe eines acht Spiele fassenden Kartenschlittens ausgegeben, wobei die abgehobene Karte nur wenige Karten vom Ende des Schlittens entfernt abgelegt wird. Seit 50 Jahren ist jedoch bekannt, dass das Kartenzählen beim Baccarat langfristig nur geringen Profit abwirft. Jetzt gibt es neue Baccarat-Varianten wie EZ Baccarat, 7-Up Baccarat und andere. Diese sollten ebenfalls beachtet werden, um herauszufinden, ob das Kartenzählen dabei ein potenzielles, beim Spiel einsetzbares Instrument darstellt.

Meistens benutze ich die Prinzipien des Kartenzählens allerdings für Nebenwetten, da diese Zusatzwetten nämlich über eine große Vielzahl von Schwachstellen verfügen. Manchmal macht das nur Cents, in anderen Fällen aber Tausende von Dollars aus. Auf der ganzen Welt gibt es professionelle Teams, die sich intensiv auf Nebenwetten spezialisiert haben. Selbst bewährte Nebenwetten wie die Paarwette beim Baccarat fallen effektiven Zählmusten zum Opfer. Neue und äußerst anfällige Nebenwetten werden beständig mit großer Regelmäßigkeit eingeführt und dann ausgenutzt. Wenn Sie sich auch nur mit ein paar dieser Nebenwetten näher befassen, entwickeln Sie schnell ein Gefühl dafür, wie sich das Kartenzählen auch auf viele andere anwenden lässt.

Hole-Carding

Hole-Carding kann bei Spielen angewandt werden, wo der Spieler nach Erhalt der Karten eine Entscheidung zu treffen hat. Fürs Hole-Carding ist es auch erforderlich, dass der Dealer eine oder mehrere zugedeckte Karten erhält, die am Ende des Blatts umgedreht werden. Hole-Carding lässt sich bei Spielen, die sowohl mit dem Kartenschlitten oder per Hand ausgeteilt werden (wie Blackjack und Baccarat), aber auch bei proprietären Spielen nutzen. Zweifellos ist das Hole-Carding die von APs verwendete Hauptmethode, um als Sieger bei Tischspielen hervorzugehen.

Als es 2003 im Tal von Las Vegas zu der „Blackjack zahlt 6/5 bei Einfachspiel”-Revolution kam, erlebte das mit einem Kartensatz gespielte Blackjack eine Renaissance. Von einem Tag auf den anderen mussten die Dealer die Ausgabe per Hand anstatt mit dem dazu jahrelang verwendeten Kartenschlitten vornehmen. Während sich Blackjack-Kartenzähler laut über den Abstieg des Spiels auf Betreiben der bösen Casinobranche beschwerten, jubelten gestandene APs. Plötzlich gab es überall beim Blackjack Hole-Carding-Chancen. Zwar schloss sich eine Tür, doch öffnete sich gleichzeitig eine andere. In diesem Blog gehe ich nicht auf das Hole-Carding beim Blackjack ein. Dies ist nichts weiter als meine „Alles außer Blackjack”-Philosophie in Bezug auf weitergehende Analysen des Spiels.

Hole-Carding macht derartige Untersuchungen allerdings nicht immer leicht. Die Bestimmung des Vorteils erfordert beim Hole-Carding häufig einen riesigen Rechenaufwand. Sobald der optimale Vorteil gefunden ist, kommt es zu einem wesentlicheren Problem, um das gewünschte Resultat auch zu erreichen: Man muss dafür nämlich erstmal eine Strategie entwickeln. Ab und zu präsentiere ich eine optimale Hole-Carding-Strategie. In anderen Fällen erstelle ich eine Tabellenkalkulation mit Ergebnissen der Rechenoperationen, zucke die Schultern und überlasse es dem Leser, daraus eine Strategie zu entwickeln. Manchmal erwähne ich aber auch nur den Vorteil, ohne weiter darauf einzugehen, wie man dahin kommt.

Hole-Carding-Chancen ergeben sich aus einer Vielzahl von Gründen. Unabhängig von diesen muss diese Methode des Vorteilspiels komplett verstanden und vollständig als ein solches bzw. eines des Spielschutzes betrachtet werden.

EDGE-SORTING

Karten zu kennzeichnen und dann diese Markierungen dazu zu verwenden, die Chancen des Spiels zu beeinflussen, gilt als Betrugsversuch. Wenn die verwendeten Karten jedoch natürliche Abnutzungserscheinungen oder irgendeinen Herstellungs- bzw. Designmangel aufweisen, darf diese Information uneingeschränkt beim Versuch, das Haus zu besiegen, genutzt werden. Wirklich bemerkenswert ist die Tatsache, dass ein Großteil der Karten maßgebliche Unregelmäßigkeiten im Design ihrer Rückseiten aufweisen. Diese Defekte sind in der Regel meistens entlang der Ecken (Edges) und Ränder der Karten zu bemerken, weswegen das Verfahren zur Ausnutzung dieser Designabweichungen auch „Edge-Sorting” genannt wird.

Edge-Sorting lässt sich in den meisten Spielen verwenden. In einem relativ aktuellen und jetzt berühmt-berüchtigten Fall gewann der Pokerspieler Phil Ivey Anfang 2012 beim Spiel gegen das Crockfords-Casino über 12 Millionen USD durch Edge-Sorting beim Baccarat. Edge-Sorting wird sowohl von Einzelnen als auch Teams normalerweise zum Gewinn beim Blackjack und in proprietären Spielen eingesetzt. Ich gebe zu, dass ich keine persönlichen Erfahrungen als Edge-Sorter habe, weshalb alles, was ich über Edge-Sorting schreibe, entweder auf Einzelberichte oder Theorie zurückzuführen ist.

Edge-Sorting funktioniert am besten bei Spielen mit einem unterscheidbaren Teil des Kartensatzes, den der AP versucht zu identifizieren. Beim Baccarat wären das die hohen Karten, {6, 7, 8, 9}, während es beim Blackjack die Karten mit 10er-Wertung sowie Asse sind. Bei proprietären Spielen im Pokerstil geht es dem Edge-Sorter darum, die entscheidenden Karten zu erkennen. So sind beim 3-Karten-Poker die vom AP zu identifizierenden Karten z. B. {D, K, A} und beim Caribbean Stud {K, A}.

Die durch Edge-Sorting erreichbaren Vorteile können erheblich und die Profitmöglichkeiten immens hoch sein. Für viele Spiele – einschließlich Baccarat, 3-Karten-Poker und Caribbean Stud – stellt die optimale Edge-Sorting-Strategie keinerlei Probleme dar und kann innerhalb von Minuten erlernt werden. Das Problem für jeden angehenden Edge-Sorter besteht darin, dass es schwer ist, jede Karte zu erfassen und richtig einzuordnen. Aus diesem Grund schleichen sich Fehler in das Spiel ein, die teuer werden können, wobei ich bei meinen Untersuchungen keinen Versuch gemacht habe, die Kosten potenzieller Fehler quantitativ zu ermitteln.

Die größte Schwierigkeit für den Edge-Sorter liegt ist, dass die mit dem verfahrensmäßigen Spielschutz verbundene Lösung jederzeit umgeworfen werden kann. Das Casino muss nicht mehr tun, als an der richtigen Stelle des Mischvorgangs eine Blattwendung einzufügen, wodurch die angewandte Methode wirksam außer Kraft gesetzt ist. Allerdings wäre es auch schön, wenn Kartenhersteller mal ein Qualitätsprodukt auf den Markt bringen würden.

Absprachen

Es gibt ein paar proprietäre Spiele, bei denen Spieler einen Vorteil erlangen können, indem sie Informationen über ihr jeweiliges Blatt untereinander austauschen. Allerdings ist das nicht so einfach, wie es sich anhört, da dazu drei Voraussetzungen vollständig erfüllt sein müssen. Erstens ist eine bestimmte Anzahl von Mitspielern am Tisch erforderlich. Bei einigen Spielen sind dafür sechs oder sieben Teammitglieder nötig, bei anderen reichen bereits wenige oder sogar nur zwei aus, um zu gewinnen. Zweitens müssen die Spieler einen Weg finden, um die wichtigsten Informationen ihres Blattes mit den anderen zu teilen. Jeder Spieler muss in der Lage sein, sein Blatt anzuzeigen, die Zeichen jedes anderen Mitspielers zu verstehen und diese in seine strategische Entscheidungsfällung einzuplanen. Schließlich brauchen die Spieler eine wirksame Strategie, um anhand dieser Informationen einen Vorteil für sich zu erlangen, wobei eine solche äußerst komplex sein kann.

Als Spieler habe ich Absprachen manchmal auf opportunistische Weise verwendet. Zum Beispiel bat ich Mitspieler zum Platzieren einer Versicherungswette beim ersten Blatt einer mit einem Kartensatz gespielten Blackjack-Runde um Auskunft über ihre Karten. Jedoch habe ich diese Methode nie gegen ein proprietäres Spiel verwendet und verfüge deshalb diesbezüglich auch über keine praktische Erfahrung. Sicher bin ich mir allerdings darüber, dass da draußen AP-Teams unterwegs sind, die sich absprechen, um einigen der anfälligsten proprietären Spiele hart zuzusetzen.

Das mit Absprachen verbundene Analyseverfahren ergibt normalerweise nur einen theoretischen Vorteil, der viel größer ausfällt, als APs in der Praxis jemals erreichen könnten. Alle Angaben über die Karten, die eine Reihe von Mitspielern in der Hand halten, gleichzeitig zu nutzen, um daraus die richtige Strategie zu entwickeln, ist normalerweise eine Aufgabe, die nur anhand einer Computeranalyse zu erfüllen ist. Eine vereinfachte und für Menschen geeignete Strategie verringert den Vorteil des APs im erheblichen Maße. Meistens gebe ich mich damit zufrieden, den durch eine perfekte Absprache erreichbaren Vorteil anzugeben, ohne dabei auf eine praktische Vorgehensweise einzugehen. In einigen Fällen habe ich zwar eine Strategie ausgearbeitet, doch war das dann vor allem ein eher pedantischer Versuch. Die Teams, die Spiele mithilfe von Absprachen gewinnen wollen, haben es auf viel größere Ziele abgesehen, als irgendeins der Spiele, die ich persönlich untersucht habe.

Es gibt eine Reihe von neueren Spiele, bei denen auch die letzten paar Karten eines Satzes eventuell ausgegeben werden, wodurch das jeweils mögliche Blatt des Dealers sehr eingeschränkt wird. Spiele, bei denen die Karten des Dealers im Grund bekannt sind, lassen sich durch Absprache völlig bezwingen. Zurzeit kenne ich drei unterschiedliche proprietäre Spiele mit Live-Platzierungen, bei denen das „Bis zur letzten Karte“-Problem vorhanden ist. Aufgrund der Komplexität dieser Spiele und deren Analyse habe ich diese nicht weiter berücksichtigt und bezweifele, dass ich das auch irgendwann in der nächsten Zeit tun werde.

Absprachen sind ein Problem für den Spielschutz und nur schwer zu unterbinden. Ein Schild mit dem Hinweis „Spielern ist es untersagt, sich gegenseitig die Karten zu zeigen“ wird nicht viel gegen die Zeichenmethode, die diese Teams entwickelt haben, ausrichten können. Das Überwachungsteam mag lange Zeit beobachten und sich klar darüber sein, dass irgendetwas nicht zu stimmen scheint, doch der Nachweis einer Absprache ist nur sehr schwer zu erbringen. Aus diesem Grund ist es weitaus wichtiger, die Prinzipien, die das Funktionieren von Absprachen ermöglichen, zu verstehen, als darin in einem der Spiele zu einem Experten werden.

Rückvergütung von Verlusten

Meiner Ansicht nach stellt das Ausnutzen der Rückvergütung von Verlusten die bedeutendste Einnahmequelle für viele der größten heutzutage tätigen AP-Teams dar. Die Lektion, die Don Johnson der Branche erteilte, als er in drei Casinos in Atlantic City über 15 Millionen USD gewann, indem er sich beim Blackjack die Rückvergütung von Verlusten zunutze machte, wurde nicht so schnell gelernt.

In diesem Blog finden sich ausführliche Analysen, wie sich Rückvergütungen beim Spiel vorteilhaft einsetzen lassen einschließlich mit Einzelheiten zu Baccarat, Blackjack, Craps, Roulette und Videopoker. Besonders das Verlustrückvergütungstheorem vermittelt gute Annäherungswerte für die Gewinn-/Verlust-Ausstiegspunkte, durchschnittliche Spielzeit und den zu erwartenden verfügbaren Profit. Zur Anwendung dieses Theorems muss man nur den Prozentsatz der entsprechenden Rückvergütung, den Hausvorteil und die Standardabweichungen des Spiels kennen.

Mit dem Gewinn proprietärer Spiele anhand der Rückvergütung von Verlusten habe ich mich allerdings noch nicht beschäftigt. Spieler, die sich auf solche Rückvergütungen spezialisiert haben, ignorieren Spiele, bei denen die Tischlimits und das Gewinn-/Verlust-Potenzial nicht hoch genug sind, um theoretisch erheblichen Profit abzuwerfen. Sie spielen dort, wo es um wirklich große Gewinne geht, und wollen 50.000 USD beim Blackjack oder 40.000 USD auf eine Zahl beim Roulette setzen.

Fazit

Ich gebe zu, dass meine Untersuchungen mich in einigen Kreisen nicht gerade zum beliebtesten Mitmenschen gemacht haben. Es gibt große Gruppen, die sich jeweils aus verschiedenen, widersprüchlichen Gründen wünschen, es würde mich und meine Arbeit nicht geben. Allerdings ist auch das Gegenteil der Fall. Viele schätzen aufrichtig, was ich tue. Diese Menschen verstehen, dass es äußerst wertvoll ist, wenn diese Informationen leicht verfügbar sind – und zwar in einem lesbaren, verständlichen Format, das keine wesentlichen mathematischen Grundlagen erfordert. Sie kommen aus allen Bereichen der Gaming-Community, nicht nur aus der Casinobranche, und haben für ihre Wertschätzung eine Vielzahl unterschiedlicher Gründe. So schrieb mir beispielsweise ein Überwachungsbeauftragter: „Sie haben gerade dazu beigetragen, mein Ansehen zu stärken.“

Unabhängig von dem Spiel oder der jeweiligen Methode bemühe ich mich, eine faire mathematische Bewertung abzugeben und dabei wissenschaftliche und akademische Untersuchungsgrundsätze anzuwenden. Dabei versuche ich auch, von mindestens zwei verschiedenen Seiten aus unabhängig zu Ergebnissen zu gelangen und hole im Falle äußerst heikler Resultate auch eine zweite Bestätigung ein. Ich verfolge keine eigene Agenda bezüglich irgendeines Spiels. Was auch immer bei meinen Untersuchungen herauskommt – es erscheint in meinem Bericht. Mein Ziel ist es, wissenschaftlichen Journalismus für ein allgemeines Publikum zu bieten. Dabei versuche ich, Subjektivität und Meinungsäußerungen zu vermeiden, außer wenn das Thema eine fundierte Beurteilung erfordert. Sollte ich es irgendwo unterlassen haben, Anerkennung zu zollen oder die Errungenschaften eines anderen zu würdigen, lag das keinesfalls in meiner Absicht. Falls meine Ansichten manchen als arrogant oder schlecht informiert erscheinen, ändere ich gerne meine Meinung, sofern mir gut formulierte Gegenargumente präsentiert werden. Mein ganzes Leben lang war ich hungrig nach Wissen und bin es immer noch.

Ich sehe ein, dass vieles von dem, was ich mache, als unerheblich oder bestens bekannt gelten kann bzw. bereits getan oder sogar besser getan wurde. Auch erhebe ich keinerlei Ansprüche, der Beste oder der Erste zu sein, und wenn ich in meiner Arbeit die Untersuchungen anderer verwende, bemühe ich mich, so gut ich kann, die jeweiligen Quellen anzugeben. Falls es irgendwo alternative Methoden oder Ansichten gibt, tue ich mein Bestes, um diese Ergebnisse ebenfalls einzubeziehen. Für die von mir verfassten Arbeiten, welche bereits veröffentlicht und frei zugänglich sind, bin ich dankbar. Davon abgesehen habe ich mich stets ungemein bemüht, neben den führenden Köpfen der Branche innovative Ideen einzubringen.  Viele der Top-APs sind sowohl äußerst brillante als auch kreative Menschen und ich fühle mich geehrt, mich auf der gleichen Ebene wie sie zu bewegen.

Letztendlich ist es aber auch klar, auf welcher Seite ich stehe. Ich arbeite für die Casinobranche. Ich gebe Seminare. Ich spreche auf Konferenzen. Ich schreibe Artikel. Ich berate Mitarbeiter und Management. Nimmt ein AP Kontakt mit mir auf und bittet mich um die Analyse eines eindrucksvollen Spiels, antworte ich mit „Ja, aber ich werde meine Untersuchungsergebnisse veröffentlichen.“ Nur selten wird dann etwas daraus. Wenn hingegen Überwachungs- oder Leitungspersonal eines Casinos eine Vorteilsspielanalyse erbittet, freuen sie sich meistens darüber, wenn meine Resultate an die Öffentlichkeit gelangen. Ihnen ist bewusst, dass die Ihnen von mir bereitgestellte Information dazu beiträgt, ihre Spiele noch besser zu schützen. Gleichzeitig wissen sie, dass ich die AP-Community darüber informiere, dass ein weiteres Spiel analysiert wurde und unter Beobachtung steht.

Gekonntes Vorteilsspiel ist ein langer Weg. Er beginnt mit dem Wunsch, das Haus zu schlagen, und endet für die meisten leider beim normalen Kartenzählen. Der moderne AP ist weitaus erfahrener und geschickter. Er wird angetrieben von dem intensiven Verlangen nach Innovationen, Analysen und Umsetzung.  Kleine oder verworrene Gewinne sind ihm nicht genug. Er will alles, wobei er sich wünscht, dass das Casino noch nicht einmal weiß, dass es ausgenommen wurde. Es soll denken: Da ist ein weiterer glücklicher Ignorant, der gerade das Haus verlässt.  Die Aufgabe zu verstehen, wer diese Personen sind und was sie tun, ist besonders in diesem Zeitalter ungezügelter Innovationen von einer noch nie dagewesenen Problematik und Dringlichkeit. Dieser Blog ist eine Einladung an Sie, wer immer Sie auch sind, mich auf dieser Reise zu begleiten. Beginnen Sie mit der Maxime, dass jedes Spiel gewonnen werden kann. Dann suchen Sie sich ein Spiel aus, erlernen eine Methode, um als Gewinner hervorzugehen, und machen anschließend den nächsten Schritt.

Über den Autor
Von

erhielt 1983 seinen Ph.D. in Mathematik an der University of Arizona. Eliot war Professor sowohl für Mathematik als auch für Informatik. Eliot zog sich 2009 aus der akademischen Welt zurück. Eliot Jacobson.

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